Nach langer Zeit wieder ein Artikel in Deutsch, ich will hier mal ausnahmsweise auch in der deutschen Bildungslandschaft bleiben.
Vielleicht liegt es an meiner Vernetzung, hoffentlich ist es aber nicht nur meine persönliche Wahrnehmung - die Inseln des Wandels in der Bildung werden größer bzw wachsen zusammen. Woran kann ich diese Wahrnehmung festmachen?
Zuerst mal nehmen jetzt auch im deutschen Sprachraum Blogs und Webseiten zu, die sich mit der didaktischen Seite von digitalen Medien auseinandersetzen und sich Gedanken machen, wie ein Wandel in der Bildung im digitalen Zeitalter aussehen könnte/müsste. Hier sei nur auf die vielen Blogs von Kolleginnen und Kollegen hingewiesen, die mit guten Ideen und viel Eigeninitiative andere Leser motivieren, sich ebenfalls auf den Weg zu machen.
In den Schulen ist das Zeitalter der Evaluation und der Kompetenzprüfungen angebrochen- zumindest für die Lehrer in den Schulen und die Referendare an den Studienseminaren. Ob freiwillig und aus innerem Antrieb oder gezwungen durch die offiziellen Vorgaben, manch eine/r macht sich auf den digitalen Weg und setzt sich mit den pädagogischen und didaktischen Aspekten ernsthaft auseinander. Die Nachfrage nach der ePortfolioarbeit zeigt das auch. In letzter Zeit erreichen mich auch aus Bereichen, von denen ich es immer gehofft hatte, nämlich aus Studienseminaren und Unis Anfragen nach Unterstützung bei der Einführung von ePortfolios mit Mahara. Genau in diesen Bereichen muss mit der Medien – und digitalen Kompetenz angesetzt werden, um den Teufelskreis zu unterbrechen, denn diese Referendare kommen dann bereits an die Schulen und können die Entwicklung mit ihrem Kompetenzvorsprung vorantreiben.Ungelöst ist allerdings auch hier die Vermittlung durch oft nicht medienkompetente oder gar medienfeindliche Mentoren. Einen separaten Kurs “Medientechnik und IT” anzubieten macht die Studierenden meist auch nicht mit den didaktischen Umsetzungsmöglichkeiten vertraut.
Ausser den überall wie Schneeglöckchen spriessenden Blogs und Webseiten und der Vernetzung in Twitter , Facebook und Google+ gibt es aber auch die Leuchttürme in der Bildungslandschaft, die im Netzwerk einen hohen Bekanntheitsgrad und dadurch auch einen weiten Verbreitungsgrad in der Net Community haben . Sie werden überall für Vorträge, Diskussionen, Workshops angefordert und ihr Einfluß auf die Bildungslandschaft ist groß. Sie sind nicht bequem, bürsten gegen den Strich, setzen sich für grundlegende Veränderungen in Lehre und Lernen ein und lösen dadurch auch heiße Diskussionen aus. Als Beispiel sei hier die seit gestern wie ein Höllenfeuer sich verbreitende Diskussion zu Christian Spannagels Blogeintrag zum digitalen Lernen. Innerhalb einer halben Stunde gab es schon mehrere Diskussionsbeiträge und die Diskussion lief- und läuft auch über Twitter weiter. Wie kann man denn eine bessere Vorbereitung für eine Podiumsdiskussion auf der Didacta bekommen? Ein Paradebeispiel für die Möglichkeiten des Teilhabens übers Netz. Warum werden solche Diskussionsmöglichkeiten über die Grenzen der Schulhäuser hinaus nicht für das Lernen genutzt?
Ein weiterer Leuchtturm, aber aus dem schulischen Bereich ist ein Blogger der ersten Stunde, Thorsten Larbig, mit seinem Blog herrlarbig.de Bildungs-Neuron | Lehrerblog | Etc. Nicht verwunderlich, dass sich Thorsten von der Diskussion in Christians Blog zu einem eigenen Blogbeitrag anregen liess.
Aus der Riege der Verantwortlichen für die Ausbildung von Lehrern gibt es einen streitbaren Leuchtturm aus Hamburg, Lisa Rosa, die sich in Podiumsdiskussionen auch schon mal mit Koryphäen wie Rolf Schulmeister oder Autoren der TAZ anlegt, wenn es um die pragmatische Umsetzung von richtungsweisenden Lernkonzepten geht. Lisa trägt mit ihrem Engagement sicherlich dazu bei, dass sich viele Lehramtsanwärter ( so heisst das doch offiziell) auf dem richtigen Weg zu einem zeitgemässen Lehren und Lernen befinden und dies dann hoffentlich auch wieder zusammenwachsende Inseln werden. In ihrem Blog “blogwerkstatt” stellt Lisa immer wieder Beispiele , Praxiserfahrungen und auch weitere Lehrerblogs vor.
Diese 3 Beispiele aus Hochschule, Schule und Lehrerseminar stehen nur stellvertretend für viele andere, die sich täglich Gedanken machen, wie man Lehren und Lernen verbessern kann und sich mit anderen über soziale Netzwerke austauschen. Allein schon diesen 3 Leuchttürmen auf twitter zu folgen , bringt viele Anregungen und Informationen.
- Christian Spannagel @dunkelmunkel
- Lisa Rosa @lisarosa
- Torsten Larbig @herrlarbig
Jetzt hab ich es wieder nicht geschafft, den Beitrag an einem Tag fertig zu stellen… also gestern ist dann vorgestern
EPortfolios